AndreasErber

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Ich verlass` mich ganz auf mein Gehör


Mit den Klangwelten eines alten Musikinstrumentes vereint mit dem Sound des digitalen Zeitalters eroberte der junge St. Johanner Andreas Erber sogar schon die Herzen in Japan.


Einfach cool hat er es gefunden, als sein Großonkel bei der Geburtstagsfeier seiner Oma auf der Zither gespielt hat. Da war Andreas gerade mal acht Jahre alt:  „Für mich war es ein technisches Gerät, fast wie ein Computer, mit dem man viel machen kann, ein spannender Mix aus Mischpult und Instrument“, erinnert er sich. Schon damals habe er erkannt, wie viele Seiten und Saiten eine Zither hat: „Ich wollte das Spielen unbedingt lernen. Doch so ein Instrument ist sehr teuer. Meine Oma hat mir dann eine Zither gekauft“.


Geschenk von der Oma

Eine wahrlich großzügige Geste von Andreas Großmutter, denn so ein Instrument kostet schon in einer einfachen Ausführung einige tausend Euro. Die Investition hat sich gelohnt, denn schon 2002 gewann er den österreichischen Jugendmusikwettbewerb „prima la musica“ in der Kategorie „Solo/Zither“. Am Tiroler Landeskonservatorium perfektionierte er sein Können. Parallel dazu nahm er Klavier-, Gesangs- und Schlagzeugunterricht. Ganz nebenbei schlüpfte er noch in eine andere Rolle und besuchte in Innsbruck die Schauspielschule: „Auch das war immer ein Kindheitstraum von mir“, so der St. Johanner.

Und doch, in seinem Leben gab vorerst die Zither den Ton an. Er ließ sich eine Spezialanfertigung, nämlich eine E-Zither, beim Kitzbüheler Instrumentenbauer Peter Mürnseer und Hermann Erlacher machen.  Peter Mürnseer war es, der dem Andreas zum ersten großen Auftritt verhalf: „Der Peter hat mir erzählt, dass ein japanisches Filmteam in Kitzbühel eine Dokumentation über die Zither macht. Die hatten einen japanischen Rockstar als Interviewer dabei, der in seinem Land vor 100.000 Leuten singt. In einer witzigen Szene musste ich seinen Lehrer spielen und ihm ein Stück beibringen. Er hatte einen alten Mann mit Bart erwartet und dann steht ein junger Bursch vor ihm“, erzählt Andreas schmunzelnd.


Er hat gut lachen, denn nach dem virtuosen Dreh in den Tiroler Bergen lud ihn das Filmteam nach Kyoto, der ältesten Tempelstadt Japans, ein. Dort hatte er seinen ersten großen internationalen Auftritt vor laufender Kamera und einem Riesenpublikum - und barfuß: „. Die Terrasse des Tempels, den man nur ohne Schuhe betreten darf, wurde zum Drehort umfunktioniert. Dort sah es aus wie Mini-Hollywood. Überall standen Aufnahmewägen und Kamerakrans. Ich war als Überraschungsgast eingeladen.“ Der junge Bursch spielte den „Dritten Mann“ und begeisterte 15 Millionen Japaner an den Bildschirmen. Kein Wunder, dass dies ein Nachspiel hatte: Der begabte Musikus durfte sich nach dem Auftritt über Einladungen nach Dubai und Abu Dhabi anlässlich des 39. Nationalfeiertags der Vereinigten Arabischen Emirate freuen. Auch China war vor ihm nicht sicher.

Zum International Arts Festival nach Shanghai und zur EXPO 2010 in den Austria-Pavillon waren seine Auftritte gefragt.


Ein Mix aus alter und neuer Musik

Seine Art, Volksmusik, Film- und Games-Soundtracks und zeitgenössischem Pop auf der Zither zu interpretieren, ist aus seiner Leidenschaft  für Computerspiele gewachsen. Bei einem Besuch auf der Computerspielemesse in Leipzig kam ihm die Idee,  dass man Video-Spielemusik auch mit richtigen Instrumenten wiedergeben kann. Und dies hat er auf die Zither übertragen. Um diese Musik zum Leben zu erwecken, setzte sich Andreas Erber mit Sony in Verbindung. Mit Erfolg:  Das weltweit bekannte Unternehmen holte ihn mehrfach für Auftritte auf der gamescom nach Köln oder auf die Game City ins Wiener Rathaus. „Auf diese Weise möchte ich junge Leute motivieren, dass sie wieder zu diesem alten Zitherinstrument einen Zugang finden“, sagt der junge Musiker, der sich bei beim Zitherspiel lieber auf sein Gehör als auf die Noten verlässt


Ohrwürmer auf CD

Zuhause in den Kitzbüheler Alpen, in Deutschland und in der Schweiz ist der 28jährige inzwischen vor allem in der Tourismusbranche gefragt. Die Antwort auf seinen ganz eigenen Stil, der auch einer deutschen Produktionsfirma zu Ohren gekommen ist: „Wir haben eine Doppel-CD mit dem Titel „Sounds of Zither“ aufgenommen. Dazu haben wir auch ein Musikvideo im James-Bond-Stil auf Teneriffa in einem Casino gedreht.“


Apropos: Ganz nebenbei ist auch für seine zweite Leidenschaft die Klappe gefallen. Für „Soko Kitz“ und den „Bergdoktor“ ist er schon mehrmals vor der Kamera gestanden.  Ein echtes Multitalent eben.



Zitat: „Ich spiele fast nie nach Noten“ Andreas Erber


www.andreas-erber.at



Foto:

German Popp